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Katarakt

Auf dieser Seite finden Sie Infos zur Katarakt, auch Grauer Star genannt.

Als Grauen Star oder Katarakt bezeichnet man die Eintrübung der ursprünglich klaren Linse. Durch die Eintrübung der Linse erscheint das Gesehene unscharf und verschleiert; der Betroffene hat das Gefühl, die Umwelt durch ein Milchglas zu betrachten. Einige Patienten beklagen starke Blendungserscheinungen besonders bei Gegenlicht und bei Sonne.

Der Graue Star kann verschiedene Ursachen haben; die weitaus häufigste ist der natürliche Alterungsprozeß der Augenlinse. Dieser sogenannte Alterstar tritt meist jenseits des 60. Lebensjahr auf.
Weiter Ursachen für einen Grauen Star können Verletzungen, schwere Entzündungen des Augeninneren sowie Stoffwechselerkrankungen (z.B. die Zuckerkrankheit) sein. Selten kann der Graue Star auch angeboren sein.

Augentropfen gegen den Grauen Star können die Linsentrübung weder aufhalten noch heilen.
Die bisher einzige, wirklich hilfreiche Behandlung ist die Operation, bei der der Augenchirurg die getrübte Linse entfernt und sie durch eine Kunstlinse ersetzt. Diese Operation führt mit hoher Sicherheit zum Erfolg und ist absolut schmerzlos.

Bei den meisten Patienten ist eine ambulante Operation am Grauen Star gefahrlos möglich; in speziellen Fällen ist jedoch auch eine stationär durchgeführte Operation erforderlich. Der Zeitpunkt der Operation sollte vom Wunsch des Patienten und seiner Beeinträchtigung im täglichen Leben abhängig gemacht werden.

Die Komplikationsrate ist sehr gering. 98 Prozent der Operationen laufen ohne Komplikationen ab. Als Komplikation kann ein Zerreißen der Hinterkapsel vorkommen. In diesem Fall wird, je nach Größe des Defekts, entweder eine sogenannte Hinterkammerlinse vor die Linsenkapsel eingesetzt oder eine spezielle Linse in die Lederhaut eingenäht.. Durch das Zerreißen (medizinisch: Ruptur) kann auch der Glaskörper in Mitleidenschaft gezogen werden, wodurch die Gefahr einer Netzhautablösung steigt.

Die gefährlichste Komplikation ist die Entzündung der Augeninnenräume (medizinisch: Endophthalmitis), die bei 5 bis 20 von 10.000 Eingriffen vorkommt. Keime gelangen dabei aus der Bindehaut des Operierten ins Innere des Auges und verursachen dort eine gefährliche Entzündung. Sie kann zu schwerem Sehschaden oder zum Verlust des Auges führen. Diese Komplikation ist bei Patienten mit schwerem Diabetes und mit Neurodermitis häufiger und kann nur durch rasche Operation des Glaskörpers und Antibiotikagabe ins Augeninnere behandelt werden. Bei zwanzig bis dreißig Prozent der Operierten bildet sich ein Nachstar: Als Nachstar werden Trübungen nach Kataraktoperationen bezeichnet. Er entsteht bei einem Fünftel bis einem Drittel der Kataraktoperierten, jüngere Menschen sind häufiger betroffen.

Voruntersuchungen in der Augenarztpraxis
Ihr Augenarzt wird zunächst Ihr Sehvermögen und Ihr Auge sorgfältig untersuchen und Sie vor der Operation über den zu erwartenden Erfolg bzw. über die Risiken aufklären.
Ihr Augenarzt wird Sie dann zur weiteren Operationplanung in unsere Klinik überweisen.
Auch Ihr Hausarzt wird vor der Operation Ihren allgemeinen Gesundheitszustand untersuchen. Seinen Befund erhält derAugenarzt, der Sie operiert, bzw. der Narkosearzt, falls eine Operation in Vollnarkose erforderlich ist.

Voruntersuchungen in unserer Klinik
Nach einer gründlichen Untersuchung wird im Gespräch mit den operierenden Augenärzten entschieden, ob eine ambulante oder stationäre Operation des Grauen Stars sinnvoll ist. Es erfolgt eine ausführliche Aufklärung über den Ablauf , die Erfolgsaussichten und die Risiken einer Operation.

Falls eine Operation in Vollnarkose nötig ist, erfolgt vor dem Eingrif eine Untersuchung und Aufklärung durch den Narkosearzt. Eine Vollnarkose ist u.U. bei Patienten mit einem zusätzlichen Grünen Star (Glaukom), bei Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten oder nach Voroperationen sinnvoll; als Alternative führen wir die Operation in speziellen Fällen auch in Tropfanaesthesie durch, die ebenfalls schmerzlos für den Patienten ist.Zusätzlich wird Ihr Auge mit Ultraschall genau vermessen; mittels eines Computers wird aus diesen Meßergebnissen die Brechkraft der geplanten Kunstlinse berechnet.Wie sehen intraokulare Linsen aus ?
Künstliche Linsen sind aus sehr gut verträglichen Kunststoffen (PMMA, Acryl,Silikon) gefertigt, von denen lebenslang keine Abstoßungsreaktionen zu erwarten sind. Kunstlinsen werden seit fast 50 Jahren eingesetzt.

Bei den meisten Patienten setzen wir faltbare Kunstlinsen aus Acryl ein; diese Linsen ermöglichen einen sehr kleinen Schnitt von etwa 3 mm Breite (sog. Kleinschnitt-Technik).

Vor der Operation
Vor der Operation können Sie auf Wunsch Medikamente zur Beruhigung bekommen. Zudem erhalten Sie Augentropfen, die die Pupille erweitern.
Im Operationvorraum werden regelmäßig Herz, Kreislauf und Blutdruck überwacht sowie ein intravenöser Zugang gelegt.
Anschließend erfolgt die Betäubung des Auges durch eine Spritze am Augapfel oder durch spezielle Augentropfen bzw. nach Absprache mit dem Narkosearzt eine Vollnarkose.
Vor Beginn der Operation wird Ihr Auge mit einer desinfizierenden Lösung gründlich gereinigt, und Sie werden mit sterilen Tüchern abgedeckt.
Bei örtlicher Betäubung ist es sehr wichtig, daß der Patient sich während der Operation nicht bewegt und seine Hände nicht zum Kopf führt.
Nach der Operation erhalten Sie einen Salbenverband; anschließend werden Sie auf die Station gebracht (bzw. nach einer Vollnarkose im Aufwachbereich überwacht); dort erfolgt die Betreuung durch die Krankenschwestern und Ärzte.
Bei einer ambulant durchgeführten Operation vergewissern sich die Augenärzte ca. 2-3 Stunden nach der Operation über die Entlassungsfähigkeit; Sie können dann noch am selben Tag die Klinik mit einer Begleitperson verlassen. Am nächsten Tag erfolgt noch eine weitere Kontrolle in unserer Klinik, diese ist in Rücksprache mit dem niedergelassenen Augenarzt auch in seiner Praxis möglich.
Bei einer stationär durchgeführten Operation des grauen Stars beträgt der Aufenthalt meist 3 Tage.

Während der Operation
Die meisten operierenden Augenärzte setzen ein sehr modernes Verfahren ein, die sog. Linsenverflüssigung mit kombinierter Kleinschnitt-Technik (Phakoemulsifikation). Diese Methode gilt als besonders sicher und schonend.
Nach der örtlichen Betäubung und den Sterilitätsmaßnahmen wird durch einen ca. 3 mm breiten Schnitt mit einer Ultraschallsonde die getrübte Linse zerkleinert und abgesaugt.
Im Auge bleibt ein dünnes, meist klares Hautsäckchen zurück. Dieser sogenannte Kapselsack dient nach der Operation als Halteapparat für die neu eingesetzte Kunstlinse. Die neue Linse sitzt somit exakt an der gleichen Stelle, an der sich vorher die natürliche Linse befand.
Der nur 3 mm breite Schnitt muß in den meisten Fällen nicht genäht werden; ein weiterer Vorteil ist die kurze Heilungszeit; bereits nach wenigen Tagen kann der Patient wieder gut sehen.

Nach der Operation
Nach der Operation müssen Sie für 4-6 Wochen regelmäßig Augentropfen nach Vorschrift des Augenarztes tropfen; gleichzeitig erfolgen Kontrollen bei Ihrem niedergelassenen Augenarzt.
Nach etwa 4-6 Wochen kann Ihr Augenarzt Ihnen ein neues Brillenglas verschreiben.Manchmal kann nach Monaten oder Jahren eine allmähliche erneute Sehverschlechterung auftreten, verursacht durch eine feine Gewebsmembran, die sich als sog. Nachstar an der hinteren Linsenkapsel bildet. Der Nachstar kann ambulant und schmerzfrei mit einem Laser, der die Trübung innerhalb von Sekunden beseitigt, aufgelöst werden.

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